#16 Umweltbewusste Fördermittel für die Intralogistik der Zukunft

Das Thema Nachhaltigkeit ist in den Köpfen der Gesellschaft angekommen. Politik und Unternehmen haben ein zunehmendes Nachhaltigkeitsbewusstsein entwickelt, welches allem voran durch den Klimawandel, die zunehmende Umweltzerstörung und die Ressourcenknappheit ausgelöst wird. Auch der Bereich der Fördermittel in der Intralogistik kann bei diesem Thema nicht außen vorgelassen, sondern sollte näher betrachtet werden.

Warum bei Fördermitteln umdenken?

Genau wie in jedem anderen Bereich muss auch bei den Fördermitteln in der Intralogistik ein Umdenken stattfinden. Dies ist besonders durch drei Aspekte bedingt. Neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen, sind auch steigende Energiepreise ein wichtiger Aspekt. Die Preise nicht erneuerbarer Ressourcen, wie Erdöl und Stahl, steigen bei erhöhtem Bedarf rasant an. Zusätzlich erfahren die Preise für elektrische Energie in den letzten Jahren einen konstanten Anstieg, was im Zusammenhang mit der Ressourcenknappheit dazu führt, dass Unternehmen ihre Fördermittel energieeffizient und nachhaltig gestalten müssen, um Verschwendung zu vermeiden. Als dritten Aspekt sind die Kundenanforderungen zu berücksichtigen. Immer mehr Menschen erkennen zunehmend die Gefahr der Umweltverschmutzung und Ressourcenknappheit und äußern den Wunsch nach „grünen Produkten“. Die Intralogistik bietet hier großes Potenzial und besonders die Fördermittel scheinen prädestiniert für einen Wandel. Dabei stellt sich vor allem die Frage, nach möglichen Lösungen.

Stand der Technik

Der Einsatz und die Vorteile von nachhaltigen und umweltfreundlichen Technologien in der Intralogistik wird meist mit einer Steigerung der Energieeffizienz in Verbindung gebracht. Der Begriff Energieeffizienz, ist vereinfacht gesagt die Relation aus erzieltem Nutzen und eingesetzter Energie [1] . Die Energieeffizienz ist umso höher, je geringer die Energieverluste für das Erreichen des jeweiligen Nutzens sind. Das überwiegend eingesetzte Instrument zur Optimierung der Energieeffizienz ist die Prozessoptimierung. Dies resultiert insbesondere aus ökonomischem Handeln, hat aber eine positive ökologische Nebenwirkung. Im Bereich der Fördermittel zeigt eine Studie der Industrie- und Handelskammer Stuttgart, dass lediglich 25 Prozent der Befragten auch energieeffiziente Lösungen nutzen. Als Ergebnis der Studie „zeigt sich für eine energieeffiziente Intralogistik noch erhebliches Umsetzungspotenzial“[2]. Insbesondere im Bereich der Regalbediengeräte im automatischen Hochregallager, die zu den größten Energieverbrauchern der Intralogistik zählen, herrscht enormes Potenzial für Energieeinsparungen.  

Stetige und Unstetige Fördermittel

Bei Fördermitteln wird zwischen stetigen und unstetigen Fördermitteln unterscheiden. Unter unstetigen Fördermitteln versteht man beispielsweise Krane, Fahrerlose Transportsysteme oder Regalbediengeräte. Hier kann besonders durch alternative Antriebe, Gewichtsreduktion und durch Energierückgewinnung mit Hilfe von Energierückspeisemodulen die Energieeffizienz gesteigert werden. Bei den alternativen Antrieben zeigt sich, dass beispielsweise durch den Einsatz von Elektromotoren im Schnitt bis zu 50 % CO2 – Emissionen im Vergleich zu Dieselmotoren eingespart werden können. Die Energieeffizienz durch Gewichtsreduktion zu steigern, ist v.a. durch Strukturleichtbau oder durch Werkstoffleichtbau möglich. Letztere erreicht eine Reduktion des Gewichts durch den Einsatz alternativer Werkstoffe. Bei Regalbediengeräten und Staplern eignet sich allerdings besonders die Technologie zur Energierückgewinnung. Die Bewegungsenergie des Regalbediengeräts, bzw. die Energie aus der Hubbewegung bei Staplern kann zur Energierückgewinnung genutzt werden.

© STILL
forbo_movement_systems
© Forbo Movement Systems

Zu stetigen Fördermitteln zählen u.a. Rollenbahnen, Kreisförderer oder Palettenbandförderer. Auch hier spielt die Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Laut einer Studie der Industrie- und Handelskammer Stuttgart entfällt auf die automatisierte Fördertechnik im Lager ein Anteil von 12,1 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. Stetigförderer eignen sich dazu, große Materialmengen automatisiert auf festen Strecken zu fördern, benötigen jedoch aufgrund vieler elektrischer Antriebe eine große Menge Energie, um angetrieben zu werden. Die Energieeffizienz kann hier insbesondere durch intelligente Motorstarter und dezentrale Antriebe oder durch energiesparende Transportbänder gesteigert werden. Intelligente Motorstarter und dezentrale Antriebe zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur dann laufen, wenn sie auch wirklich benötigt werden. Energiesparende Transportbänder können durch deutlich geringere Reibungskoeffizienten, die durch den Einsatz einer Gleitschicht ermöglicht werden, eine Einsparung von bis zu 50% der gesamten Antriebsenergie gegenüber konventionellen Geräten erreichen.

Doch was sind aktuelle Trends? Wie geht es in Zukunft weiter und wie kann ihr Unternehmen Fördermittel nachhaltiger gestalten?

Gewichtsreduktion durch die Entwicklung eines Seilroboters

Im Rahmen des Projekts „EffizienzCluster LogistikRuhr“, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, hat die Universität Duisburg-Essen in Zusammenarbeit mit zahlreichen Instituten und Unternehmen ein neuartiges Regalbediengerät entwickelt. Dabei handelt es sich um eine seilgetriebene Stewart-Gough-Plattform, auch Seilroboter genannt. Im Allgemeinen handelt es sich bei einer Stewart-Gough-Plattform, um zwei Starre Körper, die über sechs Stangen über Kugelgelenke miteinander verbunden sind [3]. Die Grundidee bei diesem Projekt ist die Minimierung der zu bewegenden Last. Dazu wird ein „innovatives System realisiert, das Lasten mittels computergesteuerter Seilwinden unter Einsatz modernster Regelungsverfahren schnell und energieeffizient befördert“ (Noc10). Hierbei wird das aus dem heutigen Stand der Technik bekannte Regalbediengerät durch eine Plattform ersetzt, welche an bis zu acht vorgespannten Seilen befestigt ist. Die Plattform mit integrierter Ein-/Auslagereinrichtung fungiert sowohl als Fahr- als auch als Hubeinheit. Gegenüber konventioneller Technik kann eine Massereduktion von bis zu 90 Prozent erreicht werden, was zu enormen Leistungssteigerungen und einer ökologischen Energiebilanz führt.

Seilroboter_LEAN
© LEAN Mercatronics

Jetzt Kontakt aufnehmen und beraten lassen!

Es zeigen sich also viele Möglichkeiten, die Zukunft von Fördermitteln in der Intralogistik nachhaltiger zu gestalten. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie sich beraten, wie auch Ihr Unternehmen sich für eine grüne Zukunft fit machen kann!

Ihre Kontaktdaten

Ihre Adressdaten (optional)

Newsletter

Ihre Nachricht


Das macht die MALORG Consulting

Wir sind Ihr Logistikplaner. Erfahren Sie mehr über unser Unternehmen und darüber, wie und wo wir Sie unterstützen. Wir versprechen Ihnen: Unsere Möglichkeiten sind vielfältig.

[1] W. Irrek and Thomas Stefan, “Definition Energieeffizienz,” https://wupperinst.org/uplo-ads/tx_wupperinst/energieeffizienz_definition.pdf, 2008.

[2] W. A. Günthner and J. Freis, Energieeffiziente und CO2-neutrale Logistikanlagen und -gebäude: Umsetzungsstand und Handlungsbedarf. München: Technische Universität fml – Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik, 2015.

[3] J. Lenarčič and M. L. Husty, Advances in Robot Kinematics: Analysis and Control. Dord-recht: Springer, 1998.

.

Wir verwenden Cookies zur Erfassung von statistischen Daten. Mit der Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.