MTM – die Methodik der Zukunft?

Wie lassen sich Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse effizient und gleichzeitig ergonomisch gestalten? Diese Frage wollen Sie mit Hilfe einer geschickten Prozessplanung beantworten? Wie sieht es beispielsweise mit dem benötigten Personalbedarf aus? Denn besonders während der Planungsphase ist es vorteilhaft zu ermitteln, wie lange ein Mensch für bestimmte Arbeitsabläufe benötigt und wie viele Mitarbeiter Sie demnach beschäftigen müssen. 

Die genaue Analyse und Entwicklung einer optimalen Prozessgestaltung ist durch MTM (Method-Time-Measurement) möglich, in Deutsch auch Arbeitsablauf-Zeitanalyse. Doch was genau kann die MTM-Methodik? In diesem Artikel beantworten wir Ihnen grundlegende Fragen rund um das Verfahren. 

  1. Was genau ist MTM? 
  2. Wie funktioniert die MTM-Methodik? 
  3. Wann kommt das Verfahren zum Einsatz? 
  4. Grundlegende Prozessplanung (vereinfachte/ grobe Vorgehensweise)
  5. MTM – wie gestaltet die Methodik die Zukunft? 

1. Was genau ist MTM?

MTM ist ein weltweit anerkannter Standard zur Gestaltung und Bewertung von menschlicher Arbeit. Entstanden ist die MTM-Methodik, um Unternehmen bei der Analyse von Arbeitsprozessen und der Ermittlung von Plan- und Vorgabezeiten zu unterstützen. Im Zuge des technologischen Wandels wird die Arbeits- und Prozessplanung immer komplexer. Dadurch müssen sich Experten ein breites Repertoire an Methodiken aneignen und sich stetig weiterbilden. Um die MTM-Methodik richtig verstehen und anwenden zu können, ist eine kostenpflichtige Schulung mit Zertifikat sinnvoll. 

2. Wie funktioniert die MTM-Methodik?

Die MTM-Methodik untergliedert alle menschlichen Arbeitsabläufe in Bewegungselemente wie beispielsweise den Grundelementen „Greifen“, „Bringen“ oder „Loslassen“. Anschließend ordnet das System diesen Elementen Normwerte zu.

Das System kann Normenwerte ermitteln, durch..

  • ..Filmaufnahmen von Bewegungsabläufen und deren Einflussgrößen
  • ..Berücksichtigung unterschiedlicher Arbeitskräfte
  • ..den Ausgleich von interpersonellen Leistungsstreuungen und äußeren Einflüssen

 

Ergebnisse der MTM-Normwerte sind in Normzeitwertkarten festgehalten. Darin enthalten sind Grundbewegungen und deren Zeitwerte in Abhängigkeit von Zeiteinflüssgrößen, wie beispielsweise Entfernungen oder Gewichte. Hier findet sich ein weiterer Vorteil der MTM-Methodik: Denn durch eine einheitliche Codierung der Bewegungselemente können geschulte Mitarbeiter Analysen erzeugen und diese einfacher nachvollziehen. Somit ist es möglich, innerhalb eines Unternehmens einheitliche Verfahren und Qualitätsstandards zu realisieren. Die Normzeitwertkarten werden für rein manuelle Vorgänge und maschinenunterstützende Tätigkeiten verwenden – ein Beispiel dafür sind Logistikprozesse mit Staplern oder die Verwendung von Handlingsgeräten.

Wie werden die Zeitwerte gemessen? 

 

Die verwendete Zeiteinheit der MTM-Methodik ist die Time Measurement Unit (TMU). Dabei entspricht 1 TMU 0,036 Sekunden, sodass 100.000 TMU einer Stunde entsprechen.

 

3. Wann kommt das MTM-Verfahren zum Einsatz?

Eine optimale Prozessplanung beinhaltet das Gestalten, Steuern und Verbessern Ihrer Geschäftsprozesse, um anschließend die gewünschten Unternehmensziele zu erreichen. Doch zunächst müssen die geplanten Arbeitsabläufe aktiv kalkuliert und gesteuert werden. Zu berücksichtigen sind außerdem auch Aspekte wie die Prozesssicherheit, Prozessdauer oder die Prozessstabilität. Wie können Sie diese Kriterien erreicht und dabei nicht die Wirtschaftlichkeit vernachlässigen? Schließlich sollen zusätzliche Produktionskosten möglichst vermieden werden.

Um die Produktivität der Arbeitsabläufe zu steigern, wird die MTM-Methodik in folgenden Bereichen eingesetzt: 

  • Gestaltung neuer Arbeitsplätze
  • Planung und Bewertung und Optimierung von Prozessen/ Arbeitsschritten
  • Grundlage für Arbeitsvergütungen (z.B. bei der Abrechnung/Vertragsgestaltung prozessgesteuerter Dienstlungen)
  • Planung von getakteten Produktionen
  • Vorkalkulationen

4. Eine vereinfachte/ grobe Prozessplanung

Wie könnte eine grundlegende Prozessplanung aussehen? Im Folgenden gehen wir mit Ihnen eine vereinfachte/ grobe Vorgehensweise durch. 

Zunächst müssen die einzelnen Aufgaben zusammenhängend betrachtet werden, um die Arbeitsabläufe zu definieren und in Grundbewegungsabläufe untergliedern zu können. Anschließend kommt das MTM-Verfahren zum Einsatz – denn die Grundbewegungsabläufe werden nun kodiert und in MTM-Tabellen herausgesucht. Im nächsten Schritt werden die zeitabhängigen Einflussgrößen ermittelt und in den Zeitwertkarten berücksichtigt. So können die angegebenen TMU Werte für die einzelnen Bewegungsabläufe erfasst und notiert werden. Dieser Schritt wird nun so lange wiederholt, bis alle Grundbewegungen eines Arbeitsablaufes erfasst wurden. Dabei ist zu berücksichtigen, ob die Bewegungsabläufe eine Abfolge darstellen oder gleichzeitig stattfinden – ist beispielsweise die linke oder rechte Hand gleichzeitig oder getrennt mit einem Ablauf beschäftigt?

Dieser Aspekt muss beachtet werden, da gleichzeitig stattfindende Tätigkeiten nur einfach in die Zeitermittlung eingehen. Im letzten Schritt werden die TMU aller Grundbewegungsabläufe zusammenaddiert und gegebenenfalls in Sekunden umgerechnet. Im Anschluss findet eine Bewertung der Prozesse statt – wie können Ihre Arbeitsabläufe nun optimiert werden, um das volle Potenzial Ihrer Geschäftsprozesse nutzen zu können? Eine Prozessoptimierung kann beispielsweise durch folgende Kriterien vorangetrieben werden:

  • Den Anteil gleichzeitiger Tätigkeiten erhöhen
  • Negative zeitabhängige Einflussgrößen reduzieren
  • Ergonomischere Arbeitsplätze und die Verbesserung äußerer Einflussgrößen
  • Eine neue Untergliederung der Arbeitsabläufe pro Mitarbeiter
  • Der Einsatz von Handlingsgeräten (Teilautomatisierung), die die Arbeit erleichtern bzw. Zeiten verkürzen
  • Automatisierung von Tätigkeiten

5. MTM - wie gestaltet das Verfahren die Zukunft?

Um mit dem technologischen Wandel und der fortlaufenden Marktentwicklung mitzuhalten, reichen die klassischen Methoden zur Planung von Arbeitsprozessen oft nicht mehr aus. Unternehmen müssen agil handeln und kurzfristig auf die Veränderungen der Prozesse reagieren können. Dazu kommt, dass neue Methoden und digitale Systeme die Planungsprozess antreiben. Experten sollten Ihr Methodenwissen daher kontinuierlich auffrischen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Das MTM-Verfahren wird weltweit in Unternehmen immer häufiger als Planungswerkzeug eingesetzt und soll Standards der Arbeitsabläufe neu festlegen. Organisatorische und ergonomische Grundsätze stehen dabei besonders im Fokus und sollen die klassischen – meist subjektiven – Methoden ablösen. 

Sie wollen Ihre Arbeitsprozesse optimieren und gleichzeitig ergonomisch gestalten? Sie haben weitere Fragen rund um das Thema MTM und eine effiziente Implementierung der Methodik? – unser geschultes Team unterstützt Sie von der optimalen Strategie bis hin zur finalen Realisierung. 

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