Schnittstelle zwischen Automatisierung und manuellen Prozessen

Automatisierte und manuelle Prozesse – wie verändert diese Kernanforderung die Zukunft der Logistik?

Durch die Digitalisierung verändern sich zunehmend die Prozesse in der Logistikbranche. Wie können die Abläufe im Lager effizienter und ressourcensparend gestaltet werden? Ein entscheidendes Kriterium spielt hierbei die Schnittstelle zwischen automatisierten und manuellen Prozessen. Vermehrte automatisierte Prozesse sollen manuelle Eingaben der Mitarbeiter reduzieren und somit mögliche Fehlerquoten.

In diesem Beitrag verschaffen wir Ihnen einen Überblick der folgenden Bereiche:

  • Die Interaktion zwischen Menschen und automatisierten Prozessen

  • Wie unterstützen Mitarbeiter die automatisierten Prozesse im Lager?

  • Die Überwachung der Automatisierung

Efficient,Smart,Factory,With,Workers,,Robots,And,Assembly,Line,,Industry

____

„Automatisierte Prozesse formen die Zukunft der Logistikbranche und können die Abläufe im Lager effizienter gestalten. Doch Mitarbeiter sind auch in einem automatisierten Lager unverzichtbar. Ein entscheidendes Kriterium spielt hierbei die Schnittstelle zwischen automatisierten und manuellen Prozessen.“

____

1. Die Interaktion zwischen Menschen und automatisierten Prozessen

Um die automatisierten Prozesse zielführend durchzuführen, müssen die Mitarbeiter erfolgreich mit den automatisierten Prozessen interagieren. Ein Beispiel dieser Interaktion stellt die Ware-zur-Person-Kommissionerung mit Fachbodenregalen und Unterfahr-FTS (Fahrerloses Transportsystem) dar.

Welche Vorzüge gibt es?

  • Unterfahr-FTS transportieren die Ware selbständig durch das Lager

  • Zeitaufwand wird reduziert – Wegfall von Wegezeiten für den Mitarbeiter

  • Flexibles Arbeiten und Entlastung der Mitarbeiter

Vorteilhaft bei dieser Art der Kommissionierung ist, dass Unterfahr-FTS einzelne Fachbodenregale selbständig zum Kommissionierbereich bringen. Somit muss der Mitarbeiter nicht mehr durchs Lager laufen, sondern kann flexibel und zeitsparend direkt am Arbeitsplatz kommissionieren.

Durch ein angepasstes Fenster im Zaun des Kommissionierbereichs ist es möglich, die Ware direkt aus dem Regal zu entnehmen. Um die Sicherheit der Mitarbeiter dauerhaft im Lager zu gewährleisten, gibt es einen definierten Sicherheitsbereich. Sollte sich ein Mitarbeiter in diesem Bereich aufhalten, fährt das FTS nicht weiter. Hier muss der Mitarbeiter den Auftrag erst manuell bestätigen oder sich physisch aus dem Sicherheitsbereich entfernen, um nicht mehr von den Sensoren und Kameras erfasst zu werden.

Wie gestaltet sich der Arbeitsplatz, wenn Mensch und Automatisierung zusammen agieren?

Bei den meisten bereits bestehenden Anwendung ist die Schnittstelle zwischen einer Paletten-Fördertechnik und einem Mitarbeiter relevant. Der Arbeitsplatz muss sowohl die prozessualen, als auch alle Sicherheitsanforderungen erfüllen.  Im Idealfall müssen die Palletten bei der Bearbeitung nicht heruntergenommen werden. Zudem sollen langsame Geschwindigkeiten im Bereich des Arbeitsplatzes die Quetschgefahr reduzieren, um den eingezäunten Arbeitsbereich sicher zu gestalten. Beispielsweise kann an solch einem Arbeitsplatz der Einsatz von Ketten-Fördertechnik sinnvoll sein, da diese mit Blechböden ausgestattet werden kann. Über die Blechböden kann der Mitarbeiter um die Palette herumlaufen und somit vollumfänglich seinen Aufgaben nachkommen.   

2. Wie unterstützen Mitarbeiter die automatisierten Prozesse im Lager?

Automatisierte Prozesse stehen zunehmend im Fokus der Logistikbranche und sind bereits heute obligatorisch und teils unverzichtbar im Lager. Doch für bestimmte komplexe Sonderprozesse wäre es enorm Aufwändig bzw. teilweise zum jetzigen Stand nicht möglich eine Automatisierung zu realisieren. Daher sind Mitarbeiter auch in einem automatisierten Lager unverzichtbar um Tätigkeiten, die nicht vollständig durch automatisierte Prozesse ersetzt werden können, durchzuführen.

Folgende Beispiele zeigen, wann automatisierte Prozesse die Arbeit übernehmen können und wann eine manuelle Bearbeitung nötig ist.

  • Die Depalettierung von Kleinladungsträgern

– Hier übernehmen Automatisierungen im Lager die Regelprozesse und entlastet somit die Mitarbeiter. Es kann jedoch vorkommen, dass die Depalettierung manuell durchgeführt werden muss. – beispielsweise, wenn die Roboter Kleinladungsträger aufgrund der Konturen nicht lesen können, Belege zur Identifizierung fehlen oder die KLT durch äußere Einflüsse verkantet sind.

  • Palettenfördertechnik – die Automatische Wareneingangsbuchung

– Durch Peripherieelemente, die in die Fördertechnik integriert sind, können automatisierte Prozesse die Bearbeitung der Wareneingangsbuchung übernehmen. Falls allerdings mögliche Mängel auftreten, muss eine manuelle Nachbearbeitung erfolgen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Ladeeinheit einen zu großen Überstand aufweist oder der Wareneingangsbeleg fehlt.

3. Die Überwachung der Automatisierung

Wie können die Mitarbeiter automatische Prozesse überwachen und im Notfall reagieren?

Zu beachten ist, dass Automatisierungsanlagen durch Sensoren, Initiatoren sowie angebrachten Kameras überwacht werden und im Falle einer Störung eine Meldung abgeben. Falls es zu Störungen oder Mängeln kommt, wird die Anlage durch geschultes Fachpersonal schnellstmöglich instandgesetzt.

Der operative Prozess wird in der Regel für diesen Zeitraum pausiert, um nach einer schnell behobenen Störung den Standardprozess ohne weitere Aufwände fortzusetzen. Ausnahmen hierfür stellen Langzeitstörungen dar. Sofern eine Störung so lange dauert, dass Bereitstellzeiten, Versorgungsengpässe oder ähnliches entstehen, müssen manuelle Notprozesse implementiert werden, um den Warenstrom temporär zu gewährleisten.

Beispiele hierfür sind:

  • vollautomatisches Hochregallager

  • automatisches Kleinteilelager

  • Fahrerlose Transportsysteme

Physische Schnittstellen stellen ausschließlich Übergabepunkte dar, an denen die Mitarbeiter die Ladeeinheiten an die Automatik übergeben oder Ladeeinheiten von der Automatik übernehmen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Gesamtanlage über manuelle Prozesse verfügt.

Automatisierung und die Sicherheit im Lager

Die Sicherheit der Mitarbeiter hat höchste Priorität und muss unbedingt gewährleistet werden. Durch die zunehmende Automatisierung im Lager, ist es besonders wichtig die Arbeitsprozesse sicher zu gestalten.

Wie kann der Arbeitsplatz sicher gestaltet werden?

  • Fest definierte Aufnahme- und Abgabepunkte sowie Lichtkegel und Personensicherheitsscanner der fahrerlosen Transportfahrzeuge.

  • So können die Mitarbeiter die fahrerlosen Transportfahrzeuge wahrnehmen, bzw. die Fahrzeuge Personen erkennen

  • Eigene Sicherheitsbereiche.

Die Sicherheitsbereiche dürfen nur bei Abschaltung des jeweiligen Bereichs betreten werden und müssen im Vorfeld definiert werden, um bei einer Störung nicht die Gesamtanlage abschalten zu müssen. Zusätzlich müssen vollautomatische Bereiche eingezäunt werden. Der Zutritt dieser Bereiche erfolgt nur für befugtes Personal und durch eine Sicherheitstür. Dafür müssen in der Anlage Zugangskonzepte geschaffen werden, wie zum Beispiel ein Gassenzugang für automatische Lager oder der Zugang zu abgezäunten Bereichen, wie beispielsweise Heber, Portalumsetzer und Roboter.

Die Zukunft der Logistikprozesse

Automatisierte Prozesse bestimmen die Zukunft der Logistikprozesse und können die Abläufe im Lager effizienter gestalten. Die optimale Zusammenarbeit von Menschen und Roboter ist hierbei fundamental. Um die Vorteile der Automatisierung vollständig zu nutzen, ist die richtige Lagerplanung und ein sinnvolles Konzept nötig.

Wurde Ihr Interesse für automatisierte Prozesse im Lager geweckt? Oder nutzen Sie bereits automatisierte Prozesse und wollen diese optimieren? – Unsere erfahrenen Berater unterstützen Ihr Vorhaben von der Planung bis zur Realisierung, um Ihre Lagerplanung effizient zu entwickeln.

    Ihre Kontaktdaten

    Ihre Adressdaten (optional)

    Ihre Nachricht