9 Verschwendungsarten in der Logistik

Verschwendung findet man in allen Bereichen des alltäglichen Lebens. Im Alltag begegnet man vor allem Begriffen wie Lebensmittel- oder Energieverschwendung. Aber auch im Bereich der Logistik spielt Verschwendung eine wichtige Rolle. Immer dann, wenn Arbeit „ins Leere läuft“, Potenziale ungenutzt bleiben oder falsch eingesetzt werden, redet man von Verschwendung. In erster Linie wird der Begriff Verschwendung im Zusammenhang mit Lean-Management genannt. Die Herangehensweise Verschwendungen im betrieblichen Ablauf zu identifizieren und zu vermeiden ist ein wichtiger Bestandteil einer effizienten Gestaltung der gesamten Wertschöpfungskette und somit des Lean-Managements.

Im Folgenden werden die 7 klassischen Verschwendungsarten genauer betrachtet. Außerdem wird ein Blick auf die Ergonomie und versteckte Talente der Mitarbeiter als Verschwendungspotenzial geworfen. 

1. Unnötiger Transport

Eine klassische Art der Verschwendung ist der unnötige Transport. Durch überflüssige Materialbewegungen, Leerfahrten oder Umwege sind mehr Transporte für die Erfüllung einer Aufgabe notwendig, als eigentlich gebraucht. Transporte stellen keine wertschöpfenden Prozesse dar, d.h. sie müssen so gering wie möglich gehalten werden. Häufige Ursache für überflüssige Transporte sind historisch gewachsene Prozesse, die mit der Zeit zu erhöhtem Transportaufkommen führten. Das Transportaufkommen nimmt ein Maß an welches in der ursprünglichen Planung so nicht eingeplant wurde. Mangelnde Planung erzeugt längere Wege und mehr Lehrfahrten als nötig. Durch eine Umstrukturierung des Materialflusses und eine Reduzierung von Pufferungen können diese Transporte vermieden werden.

2. Bewegungen

Unter Bewegungen werden alle Prozesse verstanden, bei denen Mitarbeiter oder Material mehr Bewegungen ausführen als für einen Prozess eigentlich notwendig wären. Ähnlich wie beim unnötigen Transport liegt auch hier die Ursache in vielen Fällen in gewachsenen Prozessen. Diese nicht zu beachten resultiert meist in unnötigen Bewegungen oder in einer anderen Form der Verschwendung. Durch Optimierungen im Bereich der Arbeitsplatzgestaltung, in der Organisation und Ausstattung können überflüssige Bewegungen vermieden und Verschwendungen reduziert werden.

3. Bestände

Bestände tauchen in der Wertschöpfungskette an den verschiedensten Stellen auf. Hohe Bestände können in vielen Fällen dabei ein Zeichen für Verschwendung sein, schließlich erzeugen sie unter anderem einen erhöhten Platzbedarf, zusätzliche Kapitalbindung, Lagerkosten sowie einen höheren Prozessaufwand. Maßnahmen im Umgang mit Verschwendungen bei Beständen kann unter anderem die Kanban-Methode sein . Auch durch eine Reduzierung von Puffern oder durch eine Just-In-Time-Bereitstellung kann Verschwendung vermieden werden.

4. Wartezeiten

Diese Form der Verschwendung beschreibt entweder Personal, welches auf Material warten muss oder untätige Anlagenabschnitte. Jede Minute in der prozessbedingt gewartet werden muss ist eine Minute in der keine wertschöpfenden Prozesse durchgeführt werden können und somit eine schlechte Minute. Aber auch schlechte Auslastungen durch Nebentätigkeiten, schlechte Prozessgestaltung allgemein oder die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, die nicht durchdacht ist, führen zu hohen Wartezeiten. Beispielsweise durch eine Umstrukturierung des Arbeitsablaufs hin zu einem One-Piece-Flow, verändertem Personaleinsatz oder der Schulung der Mitarbeiter können Wartezeiten reduziert werden. Ist ein Mitarbeiter in der Lage, während er wartet, andere Arbeiten auszuführen, verfällt seine Arbeitszeit und -kraft nicht auf Wartezeiten, sondern kann effizienter eingesetzt werden.

5. Überproduktion

Die Überproduktion ist eine Art der Verschwendung, die nicht für sich alleine steht, sondern sich auf alle anderen Verschwendungsarten auswirkt. Dabei entsteht sie vor allem durch redundante Arbeiten, d.h. durch die Produktion nicht benötigter Ware oder durch doppelt ausgeführte Arbeiten. Es finden zwar wertschöpfende Prozesse statt, allerdings laufen diese wiederum, wie anfangs definiert, „ins Leere“. Außerdem kann sich eine Überproduktion auch negativ auf Lieferzeiten auswirken. Wenn Ressourcen für die Herstellung von Produkten gebunden sind, die eigentlich gar nicht benötigt werden, kann es zu Verzögerungen kommen. Unter anderem durch den Einsatz des Pull-Prinzips, d.h. der Produktion nach Bedarf, oder einer Synchronisation der Produktion mit dem tatsächlichen Bedarf des Kunden, können Überproduktionen vermieden werden.

6. Überkomplexität, falsche Technologien/Prozesse

Überkomplexität entsteht vor allem dann, wenn für eine bestimmte Leistung oder ein bestimmtes Produkt mehr getan wird als eigentlich notwendig. Diese Form der Verschwendung beinhaltet auch, dass eine Aufgabe besser ausgeführt wird als geplant ohne einen wertschöpfenden Mehrwert zu erbringen.

7. Fehler

Sämtliche Formen von Fehlern die dazu führen, dass eine gegebene Erwartungshaltung nicht erfüllt wird und somit Korrekturen erfordern, sind Arten von Verschwendung. Auch Prozesse, die notwendig sind, um Fehler zu identifizieren und zu korrigieren gelten hierbei als Verschwendung, falls sie einen Mehraufwand verursachen. Durch ein striktes Qualitäts- und Risikomanagement, sowie automatisierte Prüfsysteme können Fehler direkt von Beginn vermieden werden. Auch der Einsatz der Poka Yoke-Technik, kann Fehler verhindern, indem sie sicher stellt, dass bereits vor der Ausführung eines Prozessschrittes die richtigen Bedingungen für fehlerfreie Ergebnisse herrschen.

8. Schlechte Ergonomie

Die Ergonomie wird in vielen Unternehmen häufig als ein weit untergeordnetes Thema erachtet, da sie in der Regel nur schwer bewertbaren, finanziellen Wert bringt. Allerdings stecken in einer guten Ergonomie durchaus Potenziale für die Steigerung der Mitarbeiterleistung. Unergonomische Bedingungen können zu einer Erhöhung der Krankheitstage, zu einer schnelleren Ermüdung oder zu einer Reduktion der Motivation der Mitarbeiter führen. Eine Neu- und/oder Umgestaltung der Arbeitsplätze ist neben einer möglichen Job-Rotation bzw. einem Wechsel der Belastungsarten der Mitarbeiter eine mögliche Maßnahme, um Verschwendung durch schlechte Ergonomie zu vermeiden.

9. Ungenutze bzw. falsch genutze Talente

Eine spezielle und dennoch nicht zu vernachlässigende Form der Verschwendung sind ungenutzt bzw. falsch genutzte Talente. Darunter versteht man insbesondere das Nicht-Nutzen von verschiedenen Mitarbeiterpotenzialen. Wissen und Erfahrungen werden nicht unter den Mitarbeitern geteilt und Wertschöpfungspotenziale gehen verloren. Diese Art der Verschwendung zu bekämpfen ist eine große Herausforderung, denn die Verschwendung ist nicht sichtbar. Nur durch systematische Förderung und den systematische Einsatz der Mitarbeiter können diese Talente für ihr Unternehmen von Vorteil sein.

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Die Verringerung einer Verschwendung führt meist zu einer Erhöhung einer anderen. Beispielsweise führt die Reduzierung von Beständen zwangsläufig zu mehr Bewegungen und Transporten. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sowohl die einzelnen Arten individuell zu betrachten, aber das Gesamtbild dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Hinzu kommt, dass eine Identifikation von Verschwendungen im laufenden Betrieb oft schwierig ist. Auch Optimierungsmaßnahmen herzuleiten und diese umzusetzen geht oft mit Schwierigkeiten einher.

Bei der Herausforderung all dies in einem wirtschaftlichen Rahmen durchzuführen unterstützen wir Sie gerne! Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf!

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